Glossar
Der Spindelmotor ist der elektrische Antriebsmotor, der direkt in eine Motorspindel integriert ist und deren Welle ohne zwischengeschaltete Riemen oder Getriebe antreibt. Er wird über einen Frequenzumrichter drehzahlgeregelt und ist als Asynchron- oder Synchronmotor ausgeführt.
Der Begriff Spindelmotor bezeichnet den elektrischen Antriebsmotor, der bauseitig in eine Motorspindel eingebaut ist. Anders als bei riemengetriebenen Spindeln sitzt der Motor hier nicht außerhalb, sondern unmittelbar auf der Spindelwelle: Der Rotor ist Teil der Welle, der Stator umgibt ihn im Spindelgehäuse. Es gibt keine Riemen, Kupplungen oder Getriebestufen zwischen Motor und Werkzeug.
Wichtig ist die Abgrenzung: Der Spindelmotor ist nur die elektrische Antriebseinheit aus Stator und Rotor. Die Motorspindel ist die vollständige Baugruppe, zu der zusätzlich Lagerung, Werkzeugaufnahme, Sensorik, Mediendurchführungen und Kühlung gehören. Der Motor ist also eine Komponente innerhalb der Spindel, nicht die Spindel selbst.
Spindelmotoren werden in zwei Grundbauarten ausgeführt:
Welche Bauart verbaut ist, hängt vom Spindeltyp und vom Einsatzzweck ab. Beide Varianten benötigen für den Betrieb einen passenden Frequenzumrichter.
Ein Spindelmotor läuft nicht am festen Netz, sondern wird über einen Frequenzumrichter gespeist. Der Umrichter stellt Frequenz und Spannung passend ein und regelt darüber die Spindeldrehzahl stufenlos. Die hohen Drehzahlen moderner Motorspindeln sind nur durch diese frequenzvariable Speisung möglich, da die Drehzahl direkt von der Speisefrequenz abhängt.
Umrichter und Motor bilden eine aufeinander abgestimmte Einheit. Parameter wie Polzahl, Nennfrequenz und Kennlinie müssen zusammenpassen. Bei der Instandsetzung ist daher zu beachten, dass eine neu gewickelte oder getauschte Wicklung wieder zum vorhandenen Umrichter passen muss.
Jeder elektrische Motor erzeugt im Betrieb Verlustwärme. Beim Spindelmotor entsteht diese Wärme direkt im Inneren der Spindel und wirkt unmittelbar auf Welle und Lager. Das führt zu thermischer Dehnung und kann die Bearbeitungsgenauigkeit beeinträchtigen (siehe thermische Drift). Aus diesem Grund verfügen die meisten Motorspindeln über eine aktive Kühlung des Statormantels, häufig als Flüssigkeitskühlung.
Eine defekte oder schwache Kühlung ist eine häufige Schadensursache: Überhitzt der Stator, leidet die Wicklungsisolation, und es droht ein Wicklungsschaden. Bei einer Spindelreparatur gehören daher die Prüfung der Wicklung, der Isolationswiderstände und des Kühlkreislaufs zum festen Bestandteil der Diagnose.
Ein Defekt am Spindelmotor zeigt sich oft durch Drehzahleinbrüche, Umrichter-Fehlermeldungen, Geruchsbildung oder Kurzschluss der Wicklung. In vielen Fällen lässt sich der Motor im Rahmen einer fachgerechten Instandsetzung neu wickeln oder der Stator ersetzen, ohne die komplette Spindel auszutauschen. Das ist Teil einer Spindelüberholung und in der Regel deutlich wirtschaftlicher als ein Neukauf der Motorspindel.
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