Glossar

Schmiermangelschaden

Ein Schmiermangelschaden entsteht, wenn der trennende Schmierfilm im Wälzlager nicht ausreicht oder abreißt. Es kommt zu direktem Metallkontakt zwischen Wälzkörper und Laufbahn, zu erhöhter Reibung, Überhitzung und beschleunigtem Verschleiß bis zum Lagerausfall.

Was ist ein Schmiermangelschaden?

Ein Schmiermangelschaden ist ein Lagerschaden, der auf eine unzureichende Schmierung zurückgeht. Im Wälzlager trennt ein dünner Schmierfilm die Wälzkörper von den Laufbahnen. Solange dieser Film tragfähig ist, berühren sich die Metallflächen nicht direkt. Reißt der Film ab oder bildet er sich gar nicht erst aus, kommt es zu Metallkontakt mit allen Folgen.

In Werkzeugspindeln ist eine zuverlässige Schmierung besonders wichtig, weil hohe Drehzahlen und Präzisionsanforderungen kaum Spielraum lassen. Schon ein kurzzeitiger Schmierfilmabriss kann eine Kette aus Reibung, Wärme und Verschleiß auslösen.

Wie entsteht der Schaden?

Fehlt der tragende Schmierfilm, steigt die Reibung zwischen Wälzkörper und Laufbahn schlagartig an. Die entstehende Wärme kann nicht mehr ausreichend abgeführt werden, die Lagertemperatur steigt. Höhere Temperatur senkt die Viskosität des verbliebenen Schmierstoffs weiter, der Schmierfilm wird noch dünner. Dieser sich selbst verstärkende Vorgang führt rasch zu Überhitzung.

Im weiteren Verlauf kommt es zu adhäsivem Verschleiß bis hin zur Kaltverschweißung, zu Anlauffarben durch die Hitze und im Extremfall zum Festgehen des Lagers. Die hohe Temperatur kann zusätzlich die Vorspannung verändern und über thermische Ausdehnung den gesamten Lagersitz beeinflussen.

Typische Ursachen

Schadensbild und Diagnose

Ein Schmiermangelschaden hinterlässt charakteristische Spuren. Die Laufbahnen sind oft verfärbt und zeigen Anlauffarben von gelblich bis blau, je nach erreichter Temperatur. Häufig finden sich Materialübertrag, Glättungen und im fortgeschrittenen Stadium Ausbrüche.

Im Betrieb kündigt sich der Schaden über einen deutlichen Temperaturanstieg und zunehmende Geräusche an. Wird die Spindel rechtzeitig gestoppt, lässt sich oft Schlimmeres verhindern. Eine Spindel-Diagnose klärt nicht nur den Lagerzustand, sondern prüft auch die Schmierversorgung als Ursache, damit ein Lagertausch nicht am eigentlichen Problem vorbeigeht.

Verwandte Begriffe

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