Glossar

Rundlaufmessung

Die Rundlaufmessung erfasst, wie stark eine drehende Spindel von ihrer idealen Drehachse abweicht. Gemessen wird die radiale und axiale Auslenkung an definierten Bezugsflächen, meist mit einem Fühlhebelmessgerät.

Was die Rundlaufmessung erfasst

Die Rundlaufmessung beschreibt, wie weit ein drehendes Bauteil von seiner idealen Drehachse abweicht. An einer Werkzeugspindel betrifft das vor allem die Spindelnase, den Innenkonus der Werkzeugaufnahme und einen eingespannten Prüfdorn. Aus diesen Werten lässt sich ableiten, ob die Spindel selbst, die Lagerung oder die Werkzeugschnittstelle die Abweichung verursacht.

Unterschieden werden zwei Anteile:

Beide Werte werden als Gesamtabweichung über eine volle Umdrehung angegeben, also als Differenz zwischen größtem und kleinstem Tastwert.

Wie gemessen wird

Standardmessmittel ist das Fühlhebelmessgerät auf einem biegesteifen Messstativ. Der Taster wird radial oder axial an die Bezugsfläche angelegt, dann wird die Spindel langsam von Hand oder mit niedriger Drehzahl gedreht. Die Spanne des Zeigerausschlags über eine Umdrehung ist der Rundlaufwert.

Für feinere Auflösung oder dokumentierte Messreihen kommen induktive Wegtaster oder berührungslose kapazitive Sensoren zum Einsatz. Diese erfassen den Verlauf über die Umdrehung und trennen so Lagerfehler, Unwucht und Aufspannfehler sauberer voneinander.

Damit die Messung belastbar ist, müssen einige Bedingungen stimmen:

Warum der Bezugspunkt entscheidend ist

Der gemessene Rundlauf steigt mit dem Abstand zur Spindelnase. Ein Prüfdorn, der 300 mm aus der Aufnahme ragt, zeigt einen deutlich höheren Wert als die Messung direkt am Konus, auch wenn die Lagerung einwandfrei ist. Deshalb gehört zu jedem Messwert immer die Angabe, an welcher Stelle und in welchem Abstand gemessen wurde.

Ohne diese Angabe ist ein Rundlaufwert nicht vergleichbar und für eine Diagnose wertlos. Genau hier trennt sich eine saubere Messung von einer Zahl, die nur scheinbar etwas aussagt.

Rundlaufmessung in der Spindel-Diagnose

In der Spindel-Diagnose ist die Rundlaufmessung der erste belastbare Schritt. Sie zeigt, ob ein gemeldetes Problem überhaupt aus der Spindel kommt oder aus Werkzeug, Aufnahme oder Aufspannung. Erst wenn der Rundlauf an definierten Punkten dokumentiert ist, lassen sich Lagerschaden, Verschleiß oder mechanische Beschädigung sinnvoll voneinander abgrenzen.

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