Glossar
Ein Resolver ist ein induktiver Lagegeber, der die Winkellage der Spindelwelle über magnetisch gekoppelte Wicklungen bestimmt. Er ist eine besonders robuste und störfeste Form der Lageerfassung in Motorspindeln.
Der Resolver ist eine induktive Form des Lagegebers an der Motorspindel. Er bestimmt die Winkellage des Rotors nicht optisch, sondern über magnetisch gekoppelte Wicklungen. Eine Erregerwicklung am Rotor des Resolvers wird mit einem Wechselsignal gespeist. Zwei um neunzig Grad versetzte Empfängerwicklungen im Stator des Resolvers nehmen je nach Drehwinkel unterschiedlich starke Signale auf. Aus dem Verhältnis dieser beiden Signale berechnet die Auswerteelektronik die exakte Winkellage.
Weil im Geberkopf selbst keine empfindliche Elektronik und keine optischen Bauteile sitzen, ist der Resolver sehr widerstandsfähig.
Motorspindeln arbeiten in einer rauen Umgebung: hohe Temperaturen, Vibration, Kühlschmierstoff, Späne. Genau hier spielt der Resolver seine Stärke aus. Seine Vorteile:
Diese Eigenschaften machen den Resolver zu einer bewährten Wahl, besonders an Synchronantrieben, die ein zuverlässiges Lagesignal für die Kommutierung brauchen.
Wie der optische Drehgeber liefert der Resolver der Steuerung die Information über Drehzahl und Winkellage der Spindelwelle. Der Frequenzumrichter nutzt dieses Signal, um die Spindeldrehzahl zu regeln und beim Synchronmotor das Statorfeld korrekt zur Rotorlage auszurichten.
Fällt der Resolver aus oder liefert er ein gestörtes Signal, kann der Antrieb nicht mehr sauber kommutieren. Die Spindel läuft dann unrund an oder bleibt stehen, und der Umrichter meldet eine Störung.
Resolver sind langlebig, aber nicht unzerstörbar. Typische Probleme entstehen durch beschädigte Anschlussleitungen, eine verstellte Nulllage nach unsachgemäßer Montage oder einen Defekt der Auswerteelektronik im Umrichter.
Auch hier gilt die klare Trennung der Komponenten: Der Resolver gehört zur Mess- und Steuerungstechnik des Antriebs, nicht zur mechanischen Spindelinstandsetzung von Lagern, Welle und Dichtungen. Ein Resolverfehler kann eine mechanisch einwandfreie Spindel stilllegen, deshalb gehört das Gebersystem fest in die Fehlersuche. Eine Spindel-Diagnose prüft Resolversignal und Mechanik gemeinsam, bevor die Spindelreparatur den Umfang festlegt. Nach einem Resolvertausch ist die Nulllage neu zu justieren, damit die Kommutierung wieder stimmt.
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