Glossar
Pitting bezeichnet die grübchenförmige Werkstoffausbröckelung an Wälzlager-Laufbahnen. Es entsteht durch Werkstoffermüdung unterhalb der Oberfläche, wenn wiederholte Überrollungen mikroskopische Risse erzeugen, die schließlich zu Materialausbrüchen führen.
Pitting ist eine Form der Ermüdungsschädigung an Wälzlagern. Auf den Laufbahnen oder den Wälzkörpern bilden sich kleine, grübchenförmige Vertiefungen, in denen Werkstoff ausgebrochen ist. Der Begriff stammt vom englischen “pit” für Grube. In der deutschen Fachsprache wird auch von Grübchenbildung oder Ermüdungsausbrüchen gesprochen.
Im Gegensatz zu Schäden durch Schmutz oder Stoßbelastung entsteht Pitting nicht plötzlich, sondern als Folge vieler Lastwechsel über die Betriebszeit. Damit gehört es zu den klassischen Verschleißbildern, die bei Spindellagern am Ende ihrer Gebrauchsdauer auftreten.
Beim Überrollen der Wälzkörper über die Laufbahn entstehen im Werkstoff unter der Oberfläche hohe Wechselspannungen. Wiederholen sich diese Spannungen millionenfach, bilden sich mikroskopische Risse einige Hundertstelmillimeter unter der Oberfläche. Diese Risse wachsen mit jeder weiteren Überrollung, bis sie zur Oberfläche durchbrechen. An dieser Stelle löst sich ein Werkstoffpartikel und hinterlässt das charakteristische Grübchen.
Mehrere Faktoren beschleunigen den Vorgang:
Pitting kündigt sich über das Laufverhalten an. Typisch ist ein zunehmend rauer, mahlender Lauf, oft begleitet von einem Anstieg der Lagertemperatur und der Vibration. An der Werkstückoberfläche zeigt sich der Schaden als Verschlechterung von Oberflächengüte und Rundlauf.
Eine eindeutige Aussage liefert die Demontage und Sichtprüfung der Laufbahnen oder eine Schwingungsanalyse im Betrieb. Bei Pitting sind die Grübchen mit bloßem Auge oder unter geringer Vergrößerung als matte, ausgebrochene Stellen erkennbar.
Pitting ist fortschreitend. Die ausgebrochenen Werkstoffpartikel gelangen in den Schmierstoff und wirken dort wie Schleifmittel, das weitere Stellen schädigt. Gleichzeitig wachsen die vorhandenen Grübchen weiter. Wird die Spindel mit pittinggeschädigten Lagern weiter betrieben, steigt das Risiko von Folgeschäden an Welle, Dichtungen und Gehäuse.
Bei den ersten Anzeichen klärt eine Spindel-Diagnose den tatsächlichen Zustand und die Ursache. Auf dieser Basis lässt sich entscheiden, ob ein Lagertausch ausreicht oder ob weitere Bauteile betroffen sind.
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