Glossar
Lagerluft ist das Spiel innerhalb eines Wälzlagers, also der Weg, um den sich Innen- und Außenring gegeneinander verschieben lassen, solange keine Last anliegt. Man unterscheidet radiale und axiale Lagerluft.
Lagerluft ist das innere Spiel eines Wälzlagers. Sie beschreibt, um welchen Betrag sich Innenring und Außenring gegeneinander bewegen lassen, wenn keine äußere Last wirkt. Diese Bewegung lässt sich in zwei Richtungen messen:
Beide Werte hängen zusammen. Bei Schrägkugellagern, wie sie in Spindeln üblich sind, übersetzt sich radiales Spiel über den Berührungswinkel in ein deutlich größeres axiales Spiel.
Wälzlager werden mit definierter Lagerluft geliefert. Die Klassen reichen von verringerter Luft (C2) über die Normalluft (CN) bis zu erhöhter Luft (C3, C4). Welche Klasse passt, ergibt sich nicht aus dem Lager allein, sondern aus dem Zusammenspiel mit Welle und Gehäuse.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Anlieferluft und Betriebsluft. Beim Aufpressen auf eine Welle weitet sich der Innenring, beim Einpressen ins Gehäuse engt sich der Außenring. Dadurch verringert sich das Spiel bereits vor dem ersten Lauf. Im Betrieb kommt die Wärmedehnung dazu.
Bei Standardlagern soll im Betrieb meist eine kleine positive Restluft übrig bleiben. Spindellager laufen dagegen fast immer ohne Restspiel: Sie werden vorgespannt. Statt eines Restspiels stellt man eine definierte Lagervorspannung ein, damit die Spindel steif läuft und die Wälzkörper sauber abrollen.
Die Lagerluft ist dabei die Ausgangsgröße. Aus der Anlieferluft, den gewählten Passungen und der erwarteten Erwärmung berechnet sich, wie stark das Lager nach dem Einbau verspannt ist. Zu viel Vorspannung erzeugt Reibwärme und verkürzt die Lebensdauer. Zu wenig Vorspannung lässt die Spindel weich und ungenau laufen.
Im Betrieb erwärmt sich die Spindel. Innenring und Welle dehnen sich stärker als der kühlere Außenring im Gehäuse. Dadurch wird das verbleibende Spiel weiter verringert oder die Vorspannung steigt an. Dieser Effekt ist ein Grund für die thermische Drift der Spindelachse und muss bei der Auslegung mitgedacht werden.
Beim Lagertausch ist die Lagerluft kein Detail am Rand. Wird ein Lager mit falscher Luftklasse verbaut oder die Passung falsch gewählt, stimmt die Vorspannung nach dem Einbau nicht. Die Folge ist entweder eine heiße, kurzlebige Spindel oder eine weiche, unpräzise Spindel. Eine fachgerechte Spindellager-Reparatur rechnet Lagerluft, Passung und Vorspannung als zusammenhängendes System.
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