Glossar
Die Lagerlaufbahn ist die geschliffene Lauffläche an Innen- und Außenring eines Wälzlagers, auf der die Wälzkörper abrollen. Ihre Oberflächengüte und Härte bestimmen wesentlich die Laufruhe, die Präzision und die Lebensdauer des Lagers.
Die Lagerlaufbahn ist die Fläche, auf der die Wälzkörper eines Wälzlagers abrollen. Jedes Wälzlager hat zwei Laufbahnen: eine am Innenring und eine am Außenring. Bei Kugellagern sind die Laufbahnen als Rillen ausgeführt, bei Rollenlagern als zylindrische oder kegelige Flächen. Die Wälzkörper laufen zwischen diesen beiden Laufbahnen.
Über die Laufbahnen wird die gesamte Last des Lagers übertragen. An der Kontaktstelle zwischen Wälzkörper und Laufbahn entstehen sehr hohe örtliche Pressungen. Damit das Lager diese Belastung über tausende Betriebsstunden erträgt, müssen die Laufbahnen gehärtet und auf engste Toleranzen feingeschliffen sein.
Die Oberflächengüte entscheidet über die Laufruhe. Schon kleinste Unregelmäßigkeiten erzeugen Schwingungen und Geräusche. In Spindellagern, die im Mikrometerbereich präzise laufen müssen, ist die Qualität der Laufbahn ein zentraler Faktor für Rundlauf und Lebensdauer. Aus diesem Grund werden Spindellager in hohen Genauigkeitsklassen gefertigt.
Ein dünner Schmierfilm trennt Wälzkörper und Laufbahn im Betrieb voneinander. Solange dieser Film trägt, läuft das Lager nahezu verschleißfrei. Reißt der Schmierfilm ab, etwa bei Mangelschmierung oder Verschmutzung, kommt es zu metallischem Kontakt an der Laufbahn, und die Schädigung beginnt. Schmierung und Sauberkeit sind deshalb für den Zustand der Laufbahn ebenso wichtig wie die Fertigungsqualität.
An der Laufbahn zeigen sich die meisten Lagerschäden zuerst. Verbreitete Muster:
Diese Schäden verschlechtern den Rundlauf und führen mit der Zeit zum Ausfall des Lagers. Eine geschädigte Laufbahn lässt sich nicht reparieren, das betroffene Lager wird getauscht.
Wie sich ein solcher Schaden im Betrieb äußert und welche Schritte dann sinnvoll sind, behandelt der Ratgeber zum Spindel-Lagerschaden ausführlicher.
Beim Zerlegen einer defekten Spindel geben die Laufbahnen den deutlichsten Hinweis auf Ursache und Umfang des Schadens. Das Muster auf der Laufbahn zeigt, ob Schmierung, elektrische Einflüsse, Überlast oder Kontamination die Ursache waren. Diese Diagnose ist wichtig, damit der Schaden nach dem Lagertausch nicht erneut auftritt.
Wer Geräusche, Vibrationen oder Rundlauffehler an einer Spindel feststellt, lässt den Laufbahnzustand am besten im Rahmen einer Spindellager-Reparatur prüfen.
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