Glossar
Spindellagerfett
Spindellagerfett ist ein speziell auf hohe Drehzahlen abgestimmtes Wälzlagerfett zur Schmierung von Spindellagern. Es kombiniert ein dünnflüssiges Grundöl mit einem Verdicker und ist auf den Drehzahlkennwert n·dm der Spindel abgestimmt.
Rolle in der Instandsetzung
Dieser Begriff gehört zur Lagerung. Bei einer Neulagerung wird er gemessen, eingestellt oder ersetzt. Lassen Sie ihn im Abnahmeprotokoll ausweisen.
Was ist Spindellagerfett?
Spindellagerfett ist ein Wälzlagerfett, das für die besonderen Bedingungen in Werkzeug- und Motorspindeln ausgelegt ist. Es muss bei hohen Drehzahlen schmieren, ohne sich zu stark zu erwärmen, und über lange Laufzeiten formstabil bleiben. Ein Schmierfett besteht im Kern aus drei Bestandteilen:
- Grundöl: übernimmt die eigentliche Schmierung im Wälzkontakt
- Verdicker: hält das Öl wie ein Schwamm im Lager fest und gibt es dosiert ab
- Additive: schützen vor Verschleiß, Korrosion und Alterung
Bei Spindelfetten ist das Grundöl meist dünnflüssig, damit es bei hoher Drehzahl nicht zu viel Walkarbeit und Wärme erzeugt. Als Verdicker kommen häufig Lithium-, Lithiumkomplex- oder Polyharnstoffseifen zum Einsatz.
Der Drehzahlkennwert n·dm
Die wichtigste Auslegungsgröße für Spindelfett ist der Drehzahlkennwert. Er wird aus der Drehzahl und dem mittleren Lagerdurchmesser gebildet (n·dm). Je höher dieser Wert, desto dünnflüssiger muss das Grundöl sein und desto geringer der Fettanteil im Lager.
Ein Fett, das für eine langsam laufende Spindel passt, ist für eine Hochgeschwindigkeitsspindel oft schon zu zäh. Umgekehrt schmiert ein sehr dünnes Hochdrehzahlfett eine langsam und schwer belastete Spindel nicht ausreichend.
Fettmenge und Erstbefüllung
Spindellager werden nicht voll mit Fett gepackt. Üblich ist eine Teilbefüllung, oft im Bereich von rund 20 bis 30 Prozent des freien Lagerraums. Zu viel Fett walkt sich auf, erzeugt Wärme und kann die Spindel beim Anlauf überhitzen. Diese Phase des Verteilens nennt man Einlauf.
Warum Fette nicht gemischt werden dürfen
Ein häufiger und teurer Fehler ist das Mischen unterschiedlicher Fette. Treffen zwei Verdickersysteme aufeinander, kann das Gemisch seine Konsistenz verlieren. Es wird flüssig und läuft aus dem Lager oder verhärtet und gibt kein Öl mehr ab. In beiden Fällen droht Mangelschmierung. Beim Nachschmieren oder beim Lagertausch gehört darum immer das gleiche, freigegebene Fett ins Lager.
Bedeutung bei der Reparatur
Bei einer Spindellager-Reparatur ist die Fettauswahl Teil der Arbeit, nicht eine Nebensache. Falsches oder falsch dosiertes Fett ist eine der häufigsten Ursachen für früh ausfallende Lager nach einer Überholung. Fettsorte, Fettmenge und Erstbefüllung werden auf Bauart, Drehzahl und Belastung der konkreten Spindel abgestimmt.
Verwandte Begriffe
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