Glossar
Konizität bezeichnet die kegelige Form eines Bauteils, also die gleichmäßige Durchmesseränderung über eine Länge. An der Spindel ist vor allem der Innenkonus der Werkzeugaufnahme betroffen, dessen Maßhaltigkeit über sicheren Werkzeugsitz und Rundlauf entscheidet.
Konizität ist die kegelige Form eines Bauteils, also eine gleichmäßige Zu- oder Abnahme des Durchmessers über eine bestimmte Länge. Der Kegel wird über sein Verhältnis von Durchmesseränderung zu Länge oder über den Kegelwinkel beschrieben. An der Spindel ist der wichtigste konische Bereich der Innenkonus der Werkzeugaufnahme, etwa bei Steilkegel-, Hohlschaftkegel- oder Morsekegel-Schnittstellen.
Die Aufgabe dieses Konus ist eine zentrierte, spielfreie und wiederholgenaue Aufnahme des Werkzeugs. Die kegelige Geometrie sorgt dafür, dass sich das Werkzeug beim Einziehen selbst zentriert und über die ganze Mantelfläche trägt.
Stimmt die Konizität nicht mehr, trägt der Werkzeugkegel nicht mehr vollflächig im Aufnahmekonus. Die Folgen reichen weit:
Ein Konizitätsfehler wirkt damit direkt auf die Bearbeitungsqualität, auch wenn die Spindellagerung selbst noch einwandfrei ist.
Die Prüfung des Spindelkonus erfolgt mehrstufig. Eine erste Beurteilung liefert die Tuschierprüfung mit einer Konuslehre oder einem Prüfdorn: Die Tragbild-Verteilung zeigt, ob der Konus vollflächig oder nur partiell trägt. Für eine maßliche Bewertung wird der Kegelwinkel an mehreren Messebenen erfasst und mit dem Sollmaß der jeweiligen Konusnorm verglichen.
Ergänzend gehört die Rundlaufmessung mit eingesetztem Prüfdorn dazu. Sie zeigt, wie sich ein Konizitätsfehler auf den realen Rundlauf an der Werkzeugspitze auswirkt. Ein verschlissener oder eingeschlagener Konus erzeugt dort oft einen deutlich erhöhten Rundlauffehler, obwohl die Spindelnase selbst sauber läuft.
In der Spindel-Diagnose wird der Innenkonus als eigene Fehlerquelle behandelt. Erst wenn klar ist, ob die Konizität noch innerhalb der Vorgaben liegt, lässt sich entscheiden, ob ein Rundlaufproblem aus der Lagerung oder aus der Werkzeugschnittstelle stammt. Ein beschädigter Konus lässt sich oft nachschleifen oder instand setzen, was deutlich günstiger ist als ein vorschneller Lagertausch, der das eigentliche Problem nicht löst.
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