Glossar

Kaltverschweißung

Kaltverschweißung ist ein Adhäsionsschaden, bei dem sich Werkstoff zwischen Wälzkörper und Laufbahn verschweißt und wieder losreißt, sobald der trennende Schmierfilm fehlt. Es kommt zu Werkstoffübertrag und Materialausriss ohne äußere Wärmezufuhr.

Was ist Kaltverschweißung?

Kaltverschweißung ist eine Form des Adhäsionsschadens an Wälzlagern. Reißt der trennende Schmierfilm zwischen Wälzkörper und Laufbahn ab, kommen die metallischen Oberflächen direkt in Kontakt. An den hochbelasteten Berührungspunkten verschweißen die Werkstoffe miteinander und reißen bei der weiteren Bewegung sofort wieder auseinander. Dabei wird Werkstoff von einer Fläche auf die andere übertragen.

Der Begriff Kaltverschweißung betont, dass keine äußere Wärmequelle erforderlich ist. Die Verbindung entsteht allein durch Adhäsion im engen Metallkontakt unter Druck. An den Kontaktpunkten selbst kann dabei kurzzeitig erhebliche Reibungswärme entstehen, weshalb das Schadensbild manchmal Anlaufspuren zeigt.

Wie entsteht Kaltverschweißung?

Der gemeinsame Nenner aller Ursachen ist ein nicht tragfähiger Schmierfilm. Wo der Schmierstoff die Flächen nicht mehr trennt, droht Metallkontakt.

Schadensbild

Kaltverschweißung hinterlässt aufgeraute, ungleichmäßige Oberflächen. Statt einer glatten, glänzenden Laufbahn zeigen sich übertragene Werkstoffstellen, Materialausrisse und teils verfärbte Bereiche. In Laufrichtung können sich Schmierspuren und Aufwürfe bilden.

Im Betrieb äußert sich der Schaden über erhöhte Reibung, ansteigende Temperatur und einen raueren Lauf. Da Schlupf und Schmierfilmabriss sich gegenseitig verstärken, schreitet ein einmal begonnener Adhäsionsschaden oft schnell fort.

Diagnose und Konsequenz

Kaltverschweißung lässt sich von Ermüdungsschäden wie Pitting durch das Schadensbild unterscheiden. Während Pitting saubere Ausbrüche zeigt, ist die kaltverschweißte Laufbahn flächig aufgeraut und trägt übertragenen Werkstoff. Eine sichere Bewertung gelingt bei der Demontage.

Wichtig ist, die Ursache zu klären, denn ein bloßer Lagertausch ohne Behebung von Schlupf oder Schmierungsproblem führt zum gleichen Schaden am neuen Lager. Eine Spindel-Diagnose prüft Schmierung, Vorspannung und Betriebsbedingungen und schafft die Grundlage für eine dauerhafte Lösung.

Verwandte Begriffe

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