Glossar
Die Fettgebrauchsdauer ist die Zeitspanne, in der ein Schmierfett im Lager seine Schmierfähigkeit behält. Bei fettgeschmierten Spindellagern ohne Nachschmierung begrenzt sie faktisch die Gebrauchsdauer des Lagers.
Die Fettgebrauchsdauer beschreibt, wie lange ein Schmierfett im Lager seine Aufgabe erfüllt, bevor es ersetzt oder ergänzt werden muss. Fett altert im Betrieb: Das Grundöl wird abgegeben, verdunstet und oxidiert, der Verdicker verliert durch ständige Walkbewegung seine Struktur. Am Ende kann das Fett kein Öl mehr in den Wälzkontakt liefern, das Lager läuft in Mangelschmierung.
Bei Spindellagern ist dieser Wert besonders wichtig, weil viele Spindeln dauergeschmiert sind. Sie haben keine Nachschmiermöglichkeit. Damit wird die Fettgebrauchsdauer zur faktischen Obergrenze für die sichere Laufzeit des Lagers.
Die Fettgebrauchsdauer ist keine feste Zahl, sondern hängt stark von den Betriebsbedingungen ab. Die wichtigsten Einflüsse:
Schon kleine Abweichungen bei Temperatur oder Drehzahl verschieben die Gebrauchsdauer erheblich. Darum sind pauschale Stundenangaben mit Vorsicht zu lesen.
Aus der zu erwartenden Fettgebrauchsdauer leitet sich das Wartungsintervall ab. Bei nachschmierbaren Lagern wird in Abständen ein Teil des Fettes erneuert. Bei dauergeschmierten Spindeln gibt es diese Option nicht: Hier endet das sichere Intervall, wenn das Fett rechnerisch verbraucht ist. Wird darüber hinaus gefahren, steigt das Risiko eines plötzlichen Lagerschadens.
Ein Lager, das in Mangelschmierung läuft, kündigt sich oft nur kurz an, bevor es ausfällt. Typisch sind ansteigende Temperatur und Laufgeräusche. Wer die Fettgebrauchsdauer im Blick behält und Anzeichen ernst nimmt, vermeidet den teuren Fall, dass ein trocken gelaufenes Lager Welle, Gehäuse und Dichtungen mit beschädigt.
Bei einer Spindellager-Reparatur wird das Fett nicht nur ersetzt, sondern Sorte und Menge passend zu Drehzahl und Temperatur gewählt. Eine zu kurze Fettgebrauchsdauer nach der Überholung ist fast immer Folge von falschem Fett, falscher Menge oder zu hoher Vorspannung. Bei wiederkehrenden Frühausfällen klärt eine Spindel-Diagnose die Ursache.
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