Glossar
Festlager-Loslager-Anordnung
Bei der Festlager-Loslager-Anordnung führt das Festlager die Welle axial in beide Richtungen, während das Loslager axial verschieblich ist und die Wärmedehnung der Welle ausgleicht. So bleibt die Lagerung auch bei Betriebserwärmung frei von axialer Verspannung.
Rolle in der Instandsetzung
Dieser Begriff gehört zur Lagerung. Bei einer Neulagerung wird er gemessen, eingestellt oder ersetzt. Lassen Sie ihn im Abnahmeprotokoll ausweisen.
Was ist die Festlager-Loslager-Anordnung?
Die Festlager-Loslager-Anordnung ist ein Grundkonzept der Wellenlagerung. Eine Welle wird an zwei Stellen gelagert: Ein Lager wird als Festlager ausgeführt, das andere als Loslager. Das Festlager führt die Welle in axialer Richtung und nimmt Axialkräfte in beide Richtungen auf. Das Loslager trägt nur radial und lässt eine axiale Verschiebung der Welle zu.
Warum diese Aufteilung?
Der Grund liegt in der Wärmedehnung. Im Betrieb erwärmt sich die Spindelwelle und dehnt sich in der Länge aus. Wären beide Lager axial fest, würde diese Längenänderung die Lagerung verspannen. Vorspannung, Reibung und Temperatur würden weiter steigen, was die Lager schädigt.
Mit der Festlager-Loslager-Anordnung wird die Wärmedehnung kontrolliert aufgenommen. Das Festlager definiert die axiale Position der Welle. Das Loslager gibt die Längenänderung frei, indem es eine axiale Verschiebung zulässt. So bleibt die axiale Vorspannung im Betrieb stabil, und die Welle behält ihre geführte Position.
Wie wird das umgesetzt?
Das Festlager besteht in Werkzeugspindeln häufig aus einem Satz Schrägkugellager, der die Axialführung übernimmt, meist auf der Werkzeugseite, wo die Bearbeitungskräfte angreifen. Das Loslager auf der Gegenseite wird so gestaltet, dass eine axiale Verschiebung möglich ist. Das geschieht entweder durch ein axial verschiebliches Lager wie ein Zylinderrollenlager, dessen Ringe sich gegeneinander verschieben lassen, oder durch eine verschiebliche Passung eines Lagerrings im Gehäuse.
Welche Bauform konkret eingesetzt wird, hängt vom Spindeltyp und der geforderten Steifigkeit ab.
Die Festlagerseite ist gewöhnlich die werkzeugseitige Seite der Spindel, weil dort die Bearbeitungskräfte angreifen und eine genau definierte axiale Position wichtig ist. Die Loslagerseite liegt auf der Gegenseite, wo die freie axiale Verschiebung möglich sein muss. Diese Aufteilung ist kein Zufall, sondern folgt direkt aus der Aufgabe, die Welle präzise zu führen und gleichzeitig die Wärmedehnung ausgleichen zu lassen.
Bedeutung bei Schaden und Reparatur
Welches Lager Fest- und welches Loslager ist, gehört zum konstruktiven Aufbau und muss beim Tausch exakt erhalten bleiben. Wird das Loslager versehentlich axial fixiert oder die verschiebliche Passung falsch ausgeführt, kann die Welle die Wärmedehnung nicht mehr ausgleichen. Die Folge sind steigende Temperaturen und ein vorzeitiger Lagerschaden.
Bei der Instandsetzung werden Funktion und Passungen beider Lagerstellen geprüft und korrekt wiederhergestellt. Wer eine Spindel mit thermischen Auffälligkeiten oder unklarer Lagerfunktion prüfen lassen möchte, klärt das am besten direkt über eine Spindellager-Reparatur.
Verwandte Begriffe
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