Glossar

Axialnadellager

Axialnadellager sind Wälzlager zur Aufnahme von Axialkräften, deren Wälzkörper aus dünnen, zylindrischen Nadeln bestehen. Die geringe Bauhöhe und hohe Belastbarkeit bei kleinem Einbauraum machen sie für bestimmte Spindelbauarten und Hilfslagerungen in Werkzeugmaschinen interessant.

Axialnadellager: Aufbau

Ein Axialnadellager besteht aus einem oder zwei Laufscheiben (Anlaufscheiben) und einem Nadelkranz, der die Nadeln in Position hält. Die Wälzkörper, die sogenannten Nadeln, sind zylindrische Stifte mit einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von typisch 3:1 bis 10:1. Sie rollen auf den planen Laufscheiben ab und übertragen dabei Axialkräfte entlang der Rotationsachse.

Axialnadellager können ausschließlich Axialkräfte aufnehmen, keine Radialkräfte. Für die radiale Führung der Welle ist immer ein separates Radiallager erforderlich.

Merkmale im Vergleich zu anderen Axiallagern

MerkmalAxialnadellagerAxialschrägkugellager
Bauhöhesehr geringgrößer
Radiale Abmessungenkompaktkompakter bei gleicher Last
Tragfähigkeitsehr hoch (Linienberührung)höher bei kombinierten Lasten
Drehzahlgrenzemittelhöher
Kippmomenten-Aufnahmeneinbegrenzt

Die Stärke des Axialnadellagers liegt in der Kombination aus sehr geringer Bauhöhe und hoher Axialtragfähigkeit. Wo Einbauraum fehlt, aber hohe Axialkräfte geführt werden müssen, ist es oft die einzige praktische Lösung.

Einsatz in Werkzeugmaschinen und Spindeln

In der Hauptspindellagerung moderner CNC-Bearbeitungszentren sind Axialnadellager selten. Ihre Einsatzgebiete in Werkzeugmaschinen:

  • Nebenantriebe und Getriebe: Axialführung von Zahnrädern und Wellen in Schaltgetrieben
  • Vorschubachsen: Axiallagerung von Kugelgewindetrieben, wenn separate Axial- und Radialführung gewünscht ist
  • Werkzeugrevolver: Axialführung des Revolverkopfs beim Indexieren
  • Sondermaschinen-Spindeln: wenn axialer Bauraum eng ist und hohe statische Axialkräfte auftreten

Lagerspiel und Anlage

Axialnadellager haben konstruktionsbedingt ein definiertes Axialspiel, das durch die Toleranz zwischen Nadeln und Laufscheiben bestimmt wird. Im Einbau wird das Lager meist mit leichter Vorspannkraft eingebaut, indem die Laufscheibe axial angepresst wird.

Schäden an Axialnadellager entstehen typischerweise durch:

  • Unterschreitung der Mindestlast (Nadeln gleiten statt rollen bei zu geringer Axialkraft)
  • Überladung durch Überschreiten der Axialtragzahl
  • Mangelschmierung an den Laufscheiben
  • Schmutzeinbau durch mangelnde Abdichtung

Wenn ein Axialnadellager in Ihrer Spindel oder einem Spindel-Nebenantrieb beschädigt ist, klärt eine Spindellager-Reparatur den Schadensumfang und die Ursache.

Verwandte Begriffe

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