Glossar
Das Abnahmeprotokoll dokumentiert die nach einer Spindelinstandsetzung gemessenen Kennwerte und weist die wiederhergestellte Genauigkeit nach. Erfasst werden unter anderem Rundlauf an der Spindelnase, Planlauf, Axial- und Radialspiel, Temperatur nach dem Testlauf sowie das Schwingungsverhalten.
Das Abnahmeprotokoll ist der schriftliche Nachweis am Ende einer Spindelinstandsetzung. Es hält fest, mit welchen Messwerten die Spindel das Werk verlässt, und stellt diese den geforderten Genauigkeiten gegenüber. Sie erhalten damit eine nachvollziehbare Grundlage, um die Spindel abzunehmen und später Veränderungen im Betrieb einzuordnen.
Im Unterschied zu einem reinen Reparaturbericht beschreibt das Protokoll nicht die durchgeführten Arbeiten, sondern das messbare Ergebnis. Die Werte werden mit kalibrierten Messmitteln aufgenommen, etwa Messuhren oder Feinzeiger an einer Aufnahme, sowie mit Temperatur- und Schwingungssensoren beim Probelauf.
Rundlauf an der Spindelnase: Die radiale Abweichung der Werkzeugaufnahme bei langsamer Drehung, gemessen in Mikrometern. Dieser Wert ist für die Bearbeitungsqualität zentral, weil er sich direkt auf das Werkzeug überträgt.
Planlauf: Die axiale Abweichung der Anlagefläche, also wie stark die Stirnfläche beim Drehen taumelt. Ein hoher Planlauffehler verschlechtert die Anlage des Werkzeughalters.
Axialspiel und Radialspiel: Das verbleibende Spiel der Lagerung in Achsrichtung und quer dazu. Beide Werte zeigen, ob die Lager korrekt vorgespannt und eingebaut wurden.
Temperatur nach dem Testlauf: Die Lagertemperatur nach einem definierten Probelauf. Sie gibt Aufschluss über Vorspannung und Schmierung. Eine zu hohe Beharrungstemperatur deutet auf zu hohe Vorspannung oder einen Schmierungsfehler hin.
Schwingung: Das Schwingungsverhalten im Probelauf, häufig als Schwinggeschwindigkeit erfasst. Es zeigt Restunwucht oder Lagerunregelmäßigkeiten an.
Wurde die Spindel ausgewuchtet, ergänzt die erreichte Wuchtgüte das Protokoll.
Die Messwerte sind nur dann aussagekräftig, wenn sie an einer definierten Stelle, mit definierter Drehzahl und kalibrierten Messmitteln aufgenommen wurden. Genau das hält ein sauberes Protokoll fest: Messpunkt, Bedingungen und Ergebnis. So lassen sich die Werte mit den Toleranzvorgaben des Spindel- oder Maschinenherstellers abgleichen.
Für Sie als Betreiber hat das zwei Funktionen. Erstens dient das Protokoll der Abnahme: Sie sehen schwarz auf weiß, dass die Spindel die geforderte Genauigkeit erreicht. Zweitens ist es eine Referenz für den Betrieb. Steigt die Schwingung oder verschlechtert sich der Rundlauf nach einiger Zeit, lässt sich der aktuelle Zustand mit den Ausgangswerten aus dem Protokoll vergleichen und der Verschleiß früher erkennen.
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